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Fairtrade

Seit Herbst 2007 gibt es in Deutschland Textilien und Kosmetikprodukte mit Fairtrade-Baumwolle. So erweitert sich das Fairtrade-Angebot um anziehende Produkte wie Jeans, Kleider, Röcke, Handtücher, Wattepads oder Socken.

Über die Baumwollpflanze

Seit über 6000 Jahren tragen Menschen Baumwollkleider. Die Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen wird. Die Fasern werden zu dünnen Fäden gesponnen, aus denen dann Textilien hergestellt werden. In Deutschland verbraucht jeder Mensch 20 Kilogramm Baumwollstoff pro Jahr, 50 Prozent davon stecken in Kleidung.

Baumwolle wird auf allen fünf Kontinenten angebaut. Im Jahr 2004/2005 wurden weltweit über 26 Millionen Tonnen Baumwolle produziert. Die größten Baumwollproduzenten sind die USA und China.

Bei der Neueinführung der Fairtrade-Baumwolle wird der Fokus bewusst auf Afrika und Indien gelegt. Allein in Westafrika sind mehr als 15 Millionen Menschen von der Baumwollproduktion abhängig und für viele ist sie die einzige Einnahmequelle. Auf dem Weltmarkt müssen die afrikanischen und indischen Produzenten direkt mit den großen Produzenten der Baumwollindustrie konkurrieren.

Umweltaspekte bei der Baumwollproduktion

Die konventionelle Baumwollproduktion ist die landwirtschaftliche Produktion mit dem höchsten Einsatz von Düngemitteln und Insektiziden: Allein auf Baumwolle entfallen etwa 25 Prozent der weltweit verwendeten Insektizide und elf Prozent der Pestizide. Zusätzlich ist der Wasserverbrauch bei der konventionellen Baumwollproduktion enorm hoch: Für ein Kilogramm Baumwollfasern wird ein Kubikmeter Wasser benötigt. Die Herstellung einer einzigen Jeans verbraucht rund 8000 Liter Wasser.

Der Anbau von konventioneller Baumwolle ist für die Bauern nicht nur gefährlich, sondern auch sehr kostspielig: Sie müssen hohe Kredite für die Anschaffung von Chemikalien in Kauf nehmen, wenn sie weiter Baumwolle auf ihren Feldern anbauen wollen. Dieser hohe Bedarf an Chemikalien frisst über 50 Prozent der bäuerlichen Erlöse. Zudem sterben mehr als 20.000 Menschen jährlich an einer Pestizidvergiftung.

Die Baumwolle aus Fairem Handel, die mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet wurde, stammt aus Burkina Faso, Peru, Indien, Kamerun, Senegal, Ägypten und Mali - dort wird sie von Hand gepflückt und natürlich bewässert. Fairtrade fördert einen langfristig nachhaltigen Entwicklungsprozess, sowie umweltfreundliche Anbau- und Verarbeitungsmethoden. Zudem wird bei der Baumwollproduktion keine genmanipulierte Saat verwendet. Die Förderung des biologischen Anbaus spielt eine besondere Rolle. Bio-Baumwolle hat einen geringen Anteil von 0,1 Prozent an der weltweiten Baumwollproduktion. Jedoch konnten in der letzten Zeit starke Wachstumsraten verzeichnet werden. Noch vor wenigen Jahren lag der Anteil bei nur 0,01 Prozent. Der Anbau von Bio-Baumwolle hat auch finanzielle Vorteile für die Produzenten: Sie erhalten einen Bio-Aufschlag und können dadurch ihr Einkommen um 10 Prozent steigern.

Die Umstellung von konventioneller Baumwolle auf Bio-Baumwolle dauert allerdings ein bis drei Jahre. Nur langfristige Handelsbeziehungen können die Bauern vor Fehlinvestitionen schützen. Von Fairtrade profitieren demnach nicht nur die Bauern, sondern auch die Umwelt.

Fairtrade-Baumwolle ist Gentechnikfrei

Von Landwirtschaft mit gentechnisch modifizierten Pflanzen versprechen sich immer mehr Bauern Vorteile: Die Pflanzen seien widerstandsfähiger gegen Schädlinge und erforderten weniger Pestizide. Doch der Fortschritt birgt gewaltige Risiken, die viele individuelle Schicksale negativ beeinflussen.

Das Beispiel Indien zeigt es: Einerseits ist die Produktivität als Folge der Gentechnik-Baumwolle angestiegen. Die Gesamtproduktion verdoppelte sich im letzten Jahrzehnt, die Exporte schnellten binnen vier Jahren auf das Zehnfache ihres Ausgangswerts. Andererseits gab es viele persönliche Katastrophen in Folge mangelnder Aufklärung, wie die TransFair-Mitgliedsorganisation Brot für die Welt über die vergangenen Jahre beobachtet hat. Ein Hauptproblem ist, dass Biotech (BT)-Baumwolle mindestens dreimal soviel Wasser wie herkömmliche Pflanzen braucht. Die Felder waren für diese Saaten, vor allem wegen fehlender Bewässerung, schlecht geeignet. Gleichzeitig sanken die Marktpreise für Baumwolle immer weiter in den Keller. Dadurch landeten viele Produzenten in der Schuldenfalle.

Ein Extrembeispiel sind die Baumwollhochburgen im westindischen Maharashtra. Dort stellten viele Bauern auf BT-Saaten um, hatten aber nicht genügend Wasser. Es gab dramatische Ernteausfälle und eine ansteigende Selbstmord-Welle unter verschuldeten Bauern. In der Region Vidarbha nahmen sich allein 2006 mehr als 1000 Landwirte das Leben - ein Selbstmord alle sechs Stunden.

Brot für die Welt nennt eine weitere Ursache für die Verschuldung: Ursprünglich konnten die Bauern eigenes Saatgut nachzüchten und organischen Dünger wie Kompost einsetzen. Das verursachte nur geringe Kosten. Mit BT-Pflanzen müssen sie Saaten und chemische Dünger auf Kreditbasis kaufen. Die Abhängigkeit von Pflanzenzüchtern steigt, denn die BT-Saat muss jedes Jahr neu gekauft werden.

Neu sind außerdem widerstandsfähigere Schädlinge, die die Ernte zerstören. Können die Bauern aus diesen Gründen ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen, wird ihr Land gepfändet und sie verlieren jegliche Perspektive.

Fairtrade schließt grundsätzlich wegen der Risiken für Mensch und Umwelt den Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut aus.

Wie funktioniert der Faire Handel mit Baumwolle?

Baumwolle wird nicht wie Kaffee an der Börse gehandelt. Die Preise sind von Land zu Land unterschiedlich und hängen stark von der Qualität der Baumwolle ab. Durch Subventionen der Industrieländer - allen voran die USA - kommt es zur Senkung der Baumwollpreise und die Bauern beziehen keine Löhne, denn sie sind dann gezwungen ihre Ernte zu Dumpingpreisen zu verkaufen.

Im Fairen Handel dagegen werden den Produzenten feste Mindestpreise gezahlt, die über den lokalen Marktpreisen liegen. Dadurch werden die Produktionskosten gedeckt und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten werden deutlich verbessert. Zusätzlich wird auch eine Fairtrade-Prämie bezahlt, die gezielt für die Finanzierung sozialer Projekte eingesetzt wird. So werden zum Beispiel Schulen für die Kinder der Baumwollpflücker errichtet oder die ärztliche Versorgung verbessert. Auch alle anderen Hersteller innerhalb der Produktionskette wie Spinnereien, Webereien oder Konfektionäre müssen sich an soziale Standards halten. Sie verpflichten sich die anerkannten Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Form einer Absichtserklärung gegenüber der FLO-Cert GmbH einzuhalten.

Derzeit sind 17 Kooperativen in sieben Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika im Fairtrade-Register vertreten.

Welche Standards erfüllen die Produzenten?

Fairtrade stärkt gezielt Kleinbauern, die sich in Genossenschaften organisiert haben. Oft ist die Baumwolle die einzige Einnahmequelle der Bauern. Diversifizierung wird daher besonders gefördert - für den Eigenbedarf sowie für den Verkauf. So wird die wirtschaftliche Abhängigkeit der Bauern von der Baumwolle verringert und neue Einnahmequellen für die Produzenten geschaffen.

Genossenschaften, die ihre Baumwolle zu fairen Bedingungen verkaufen wollen, müssen folgende Bedingungen erfüllen:

1 Verbot von Zwangs- und illegaler Kinderarbeit.
2 Die einzelnen Genossenschaften sind offen für neue Mitglieder und lehnen jegliche Form von Diskriminierung ab.
3 Die jeweilige Organisation ist unabhängig und wird von ihren Mitgliedern demokratisch kontrolliert. Dies gilt besonders für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.
4 Transparenz von Management und Verwaltung müssen gegeben sein.

Was müssen die Importeure und Hersteller für das Fairtrade-Siegel tun?

Nur wer sich vertraglich verpflichtet die Fairtrade-Standards einzuhalten und dies von der FLO-Cert GmbH kontrollieren zu lassen, darf seine Baumwolle mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen. Folgende Bedingungen müssen eingehalten werden:

1 Die Importeure und Hersteller zahlen den Genossenschaften einen festen Mindestpreis, der in jedem Fall die Produktionskosten deckt. Der Mindestpreis liegt je nach Region (Zentral- und Südamerika, Nordafrika, Ostafrika, West- und Zentralafrika, Südafrika und Kyrgyzstan) zwischen 51 und 36 Euro-Cent.
2 Für biologisch angebaute Baumwolle wird ein höherer Preis gezahlt, der ja nach Region (Zentral- und Südamerika, Nordafrika, Ostafrika, West- und Zentralafrika, Südafrika und Kyrgyzstan) zwischen 43 und 61 Euro-Cent pro Kilo Baumwolle liegt.
3 Zusätzlich muss eine Fairtrade-Prämie gezahlt werden, über deren Verwendung die Genossenschaft entscheiden darf. Die Fairtrade-Prämie liegt bei 5 Euro-Cent pro Kilogramm Baumwolle.
4 Auf Wunsch muss eine Vorfinanzierung der Ernte von 60 Prozent des Vertragspreises gewährleistet werden.
5 Es müssen langfristige und stabile Handelsbeziehungen angestrebt werden.
6 Es ist eine Lizenzgebühr von 2 Prozent des Großhandelspreises an TransFair zu zahlen. Diese Gebühr schmälert nicht das Einkommen der Produzenten, denn sie wird zusätzlich zu dem festgelegten Mindestpreis bezahlt.

Eine Auflistung aller Mindestpreise nach Regionen, finden Sie in den Fairtrade-Standards für Baumwolle auf der Website von FLO:

www.fairtrade.net.

Aber Fairtrade bedeutet mehr:
Auch alle anderen Hersteller innerhalb der Produktionskette wie Spinnereien, Webereien oder Konfektionäre verpflichten sich, die anerkannten Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einzuhalten.